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SOS-Kinderdorf Freetown
Sierra Leone, am Atlantik gelegen, ist einer der kleinsten Staaten Westafrikas. Das Land weist eine sehr hohe
Bevölkerungsdichte auf, insbesondere auf der Halbinsel Sierra Leone und der Insel Sherbro. Die Bevölkerung des Landes setzt sich aus 17 verschiedenen Stammesgruppen zusammen. In der Hauptstadt Freetown sind in
erster Linie Kreolen (Nachkommen freigelassener amerikanischer Negersklaven) ansässig. Trotz ihres relativ kleinen Anteils an der Gesamtbevölkerung haben sie einen großen Einfluß auf das kulturelle, politische und
wirtschaftliche Leben des Landes. Hauptgrundlage der Wirtschaft Sierra Leones sind die Landwirtschaft und der Bergbau, denn das Land verfügt über einen großen Reichtum an Bodenschätzen. Vom Verkaufserlös dieser
Bodenschätze (Diamanten, Gold, Bauxit, Eisenerz) profitiert die Bevölkerung leider kaum. Auch der Landwirtschaft würden sich noch größere Entwicklungsmöglichkeiten bieten, denn 80% der Gesamtfläche gelten als
anbaufähig und lediglich ein kleiner Teil wurde bisher ackerbaulich genutzt.
In Sierra Leone wütet seit Jahren ein verheerender Bürgerkrieg, infolgedessen die Infrastuktur teilweise
völlig zusammenbrach, systematisch geplündert und gebrandtschatzt wurde, sich riesige Flüchtlingströme in Bewegung setzten und Nahrungsmittel- und Wasserknappheit
herrschen. Vor allem aber kostete er vielen tausend Menschen das Leben.
SOS-Kinderdorf ist in Sierra Leone seit 1970 aktiv. 1974 wurde das erste SOS-Kinderdorf in Sierra Leone in
Freetown errichtet, 1983 das SOS-Kinderdorf Bo mit acht Familienhäusern. An beiden Orten betreibt SOS-KDI mehrere Zusatzeinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Jugendhäuser. Ein modellhaftes Ausbildungs- und
Produktionszentrum wurde in Freetown eingerichtet. 1996 wurden in allen SOS-Kinderdorfeinrichtungen des Landes insgesamt weit über 1.000 Personen betreut. Trotz immenser Schwierigkeiten, Entbehrungen, ständiger
Angst und Gefahr war es bislang erfreulicherweise möglich, den Betrieb in unseren Enrichtungen während des Krieges stets aufrecht zu erhalten.
Das SOS-Kinderdorf Freetown liegt etwas außerhalb der Hauptstadt, an der Hauptstraße, die vom Dorf Lumley zum
Meer führt. Freetown ist mit über 300.000 Einwohnern kulturelles und industrielles Zentrum des Landes. Die Stadt besitzt einen internationalen Flughafen sowie einen der größten Naturhäfen der Welt. Das
SOS-Kinderdorf Freetown umfaßt 13 Familienhäuser, ein Mütterhaus, ein Verwaltungsgebäude, mehrere Jugendhäuser, eine Druckerei, ein Behindertenzentrum, ein Gemeinschaftshaus
mit Bibliothek und ein kleines Dorfgeschäft. Der Kindergarten wird auch von den Kindern aus der Nachbarschaft besucht, die dorfeigene Krankenstation steht ebenfalls allen offen.
Westlich des Dorfes liegt das Meer mit einem schönen Sandstrand,an der Nordseite befindet sich die große
Hermann-Gmeiner-Schule. Seit 1988 gibt es auch ein von SOS errichtetes und geführtes Behindertenzentrum, das weit und breit das Einzige seiner Art ist.
( Quelle: SOS Kinderdorf )
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